Im Zuge der Geständnisse im Kölner Prozeß Beltracci u.a. wurde auch das angebliche Beweisfoto um die behauptete Sammlung Jägers gelöst.

Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge* hatte Beltracchi zugegeben, zusammen mit seiner Frau Helene drei Fotos in ihrem Haus in Mèze, Südfrankreich, hergestellt zu haben, welche die historische Existenz der “Slg. Jägers” beweisen sollten. Hierzu kaufte Beltracchi zunächst auf einem Flohmarkt eine alte Rollfilmkamera und altes Fotopapier. Seine Frau zog sich ein züchtiges schwarzes Kleid an, steckte die Haare hoch, alte Möbel wurden gesucht, die Fälschungen an die Wand gehängt und das Ganze dann abgelichtet. Die Ränder beschnitt er in Zacken, wie es damals üblich war, doch versandte er aus Vorsicht nie die Originale, sondern nur Scans davon. Richtig Spaß habe es gemacht, meinte der Fälscher, und spannte dabei geschickt den heutigen Zeitgeist vor seinen Karren.
Doch wann wurde das Bild angefertigt? Als, so Helene Beltracchi, der Zivilrechtsstreit um das “Rote Bild mit Pferden” (der angebliche 1. Campendonck) bereits in Gang gekommen war. Da habe Henrik Hanstein bei ihr angerufen und nachträglich nach Echtheitsbeweisen gefragt, “ob es nicht, zum Beispiel, alte Fotos gebe, auf denen die Gemälde zu sehen seien.” Angeblich sei mit dem Kunsthaus abgesprochen worden, daß es vor dem Verkauf eine Expertise einhole; das Bild sei aber ohne schriftliche Expertise versteigert worden. Hansteins Anwalt bezeichnete diese Behauptungen als “mit Dreck werfen”.
Foto: SZ v. 30.9.2011/ oh
* Renate Meinhoff: Helene singt. In: SZ v. 30.9.2011; Feuilleton, S. 11