Micheletti-Preis 2012Sunday, 29. April 2012
Das Riverside Museum in Glasgow / Schottland erhielt den Micheletti-Preis 2012 von der privaten European Museum Academy auf Einladung des Textilindustriemuseums (tim), dem Micheletti Gewinner 2011, in Augsburg in Anwesenheit von Minister Heubisch und Oberbürgermeister Gribl von Prinzessin Sibilla de Luxembourg. Der Kindermuseumspreis ging vor etwa 30 Zuhörern an das Juniormuseum des Tropenmuseums Amsterdam. Die Jury der EMA hatte aus den Bewerbungen europaweit sechs europäische Häuser aus 18 Ländern für den Preis in die engere Auswahl genommen, aus Deutschland keines. Die DASA, vor 16 Jahren der erste Gewinner des Micheletti-Preises, stiftete zum zweiten Mal den DASA-(Dortmund)-Preis, diesmal an das Santralistanbul Museum für Energie. Kunstpreis der Sachsen Bank 2012 geht an die Leipziger Malerin Franziska HolsteinSunday, 29. April 2012Der mit insgesamt 30.000 Euro dotierte "Kunstpreis der Sachsen Bank" wurde 2002 erstmalig ausgelobt. Er wird in zweijährigem Turnus verliehen und konnte sich in kurzer Zeit – mit den bisherigen Preisträgern Tilo Baumgärtel, Ricarda Roggan, Julia Schmidt, Henriette Grahnert und der Künstlergruppe FAMED – überregionalen Ruf erwerben. Mit dem Preisgeld werden eine Ausstellung im Museum der bildenden Künste Leipzig, der begleitende Katalog und der Ankauf einer Arbeit der Preisträger für die Sammlungen des Museums der bildenden Künste Leipzig finanziert. Die Preisverleihung findet anlässlich der Ausstellungseröffnung am 1. Dezember 2012 im Museum der bildenden Künste Leipzig statt. Jörg Dittmer, Leiter Service, Stadt Leipzig, Der Oberbürgermeister Ehemaliges Archäologisches Museum der Universität Jena wiedereröffnetTuesday, 24. April 2012
Jena ist um eine Attraktion reicher. Seit dem 24. April haben die Antikensammlungen der Friedrich-Schiller-Universität Jena am neuen Standort in der Carl-Pulfrich-Straße ihre Pforten geöffnet. Seit 19 Jahren kämpfte Prof. Dr. Angelika Geyer, Lehrstuhlinhaberin für Klassische Archäologie gemeinsam mit Jenaer Altertumswissenschaftlern dafür, die Sammlungen vereint an einem Ort der Öffentlichkeit präsentieren zu können. Bei der feierlichen Eröffnung hielt der Direktor der Berliner Antikensammlungen, Prof. Dr. Andreas Scholl, den Festvortrag. Seit der Schließung des Archäologischen Museums der Universität Jena vor genau 50 Jahren war die Originalsammlung auf engstem Raum eingelagert und höchstens während Sonderausstellungen im Stadtmuseum zu sehen. Die Sammlung von Gipsabgüssen antiker Skulpturen befand sich im Magazin des Berliner Pergamonmuseums und kehrte sukzessive, zuletzt im vergangenen Jahr – soweit wie möglich – nach Jena zurück. Hochkarätige Dauerleihgaben und Schenkungen haben die Sammlungen in den letzten Monaten zusätzlich bereichert, so dass sie nun weit mehr als 2000 Exponate umfassen. Davon können sich Besucher von jetzt an selbst überzeugen. Regelmäßig immer mittwochs und samstags von 14 bis 17 Uhr sind die Sammlungen zugänglich. Geyer: „Mit unseren antiken Schätzen können wir uns dank der neuen Ausstellungsfläche mit bedeutenden Sammlungen anderer deutscher Universitäten messen. Schließlich repräsentiert sie mit den originalen Großplastiken und Gipsabgüssen, den Keramiken, Bankettausrüstungen, Metall- und Glasgegenständen sowie Münzen das gesamte Spektrum antiken Kunstschaffens.“ Außerdem decken die Originale mit ihrer Herkunft fast den gesamten Mittelmeerraum und alle Epochen der Antike ab – von der Bronze- bis weit in die römische Kaiserzeit. Doch bei aller Wertschätzung gehe es den Archäologen der Universität Jena nicht um Prestige. Vielmehr können sie jetzt endlich die antiken Stücke unkompliziert in die Lehre einbeziehen, da Seminare nun auch in der Carl-Pulfrich-Straße stattfinden können. Die Arbeit an den gegenständlichen Hinterlassenschaften sei schließlich elementar für die Archäologie.Gleiches gelte für die Forschung: Nun seien endlich auch optimale Rahmenbedingungen für die Arbeit an den Originalen geschaffen, auf die auch auswärtige Wissenschaftler zurückgreifen können. „Mit der Wiedereröffnung geben wir aber nicht nur der Universität, sondern der gesamten Stadt ein Stück ihrer Geschichte wieder“, sagt Dr. Dennis Graen, der Kustos der Antikensammlungen der Universität Jena. Der Jenaer Altphilologe Carl Wilhelm Goettling hatte das Archäologische Museum 1846 im ehemaligen Jenaer Stadtschloss eröffnet. Nach der Fertigstellung des Universitätshauptgebäudes 1908 fanden die Exponate in dessen Südostflügel ein neues Zuhause. Die Begeisterung für die Antike ist in Jena sehr groß. Das zeigten die vielen Besucher während der Sonderausstellungen im Stadtmuseum oder etwa der Museumsnacht. Schulen hätten auch schon nachgefragt. „Somit können wir auch hier unseren Studentinnen und Studenten neue Impulse in ihrem Studium geben, die uns vorher nicht möglich waren“, so Graen. In den neuen Räumlichkeiten können die Studierenden zusätzlich Sonderausstellungen erarbeiten und während der Betreuung von Gästen museumspädagogische Erfahrungen sammeln. Prof. Dr. Angelika Geyer / Dr. Dennis Graen Institut für Altertumswissenschaften / Lehrstuhl für Klassische Archäologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena Fürstengraben 1, 07743 Jena T. 03641 / 944820 und 944827 angelika.geyer@uni-jena.de / dennis.graen@uni-jena.de Besucheradresse Antikensammlungen: Carl-Pulfrich-Str. 2, 07745 Jena
Blick auf einige Büsten der wiedereröffneten Antikensammlungen der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Foto: Jan-Peter Kasper/FSU Neue Dauerausstellung im Photomuseum Bad Ischl (A)Tuesday, 24. April 2012 Zum Saisonauftakt 2012 wird das Photomuseum der Oberösterreichischen Landesmuseen mit einer neu konzipierten Dauerausstellung eröffnet. Präsentiert werden Highlights aus der Sammlung Frank, die einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte der analogen Fotografie von der Frühzeit bis ins 20. Jahrhundert vermitteln. Historische Kamera- und Bildobjekte erzählen spannende Geschichten, etwa zum Porträtbedürfnis des Bürgertums Mitte des 19. Jahrhunderts, zur Berufsfotografie und Kameraindustrie in Österreich, zur Kunst- und Knipserfotografie um die Jahrhundertwende oder zur Entwicklung der Fo Das Photomuseum Bad Ischl ist in besonderer Weise mit der Sammlerpersönlichkeit Hans Frank (1908–1987) verbunden. Von hier gingen Anfang der 1980er Jahre erste wichtige Impulse zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschichte der Fotografie in Österreich aus. Als einer der ersten im deutschsprachigen Raum hat der Fotograf und Fotohistoriker Hans Frank eine kulturhistorisch bedeutende Sammlung zur Geschichte der Fotografie zusammengetragen. Nachdem er an verschiedenen Standorten in Salzburg zunächst private Schauräume betrieben hatte, wurde die mehr als 15.000 Objekte umfassende Sammlung 1975 vom Land Oberösterreich angekauft. 1978 konnte das erste Fotomuseum Österreichs im Marmorschlössl in Bad Ischl eröffnet werden. Nach einer umfassenden Neukonzeption erstrahlt das Photomuseum im Teehaus der Kaiserin Elisabeth nun in neuem Glanz! Das Gesamtprojekt Kaiserpark Kaiservilla und Cottage (Marmorschlössl) wurde im Jahre 1859 dem k.k. Hofgärtner Franz Rauch anvertraut, der es schließlich im Jahre 1861 fertig stellen konnte. Es umfasste den Umbau der ehemaligen Villa Elz zur kaiserlichen Sommerresidenz, die Gestaltung des Parks sowie den Bau des Marmorschlössls. Franz Rauch war dazu bestens prädestiniert, da er bereits Jahre früher von Kaiser Franz I. nach England und Frankreich entsandt worden war, um die Gestaltung von Gärten zu studieren. Nachdem das Marmorschlössl in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg verschiedenen anderen Zwecken gedient hatte, "Neue Dauerausstellung im Photomuseum Bad Ischl (A)" vollständig lesen Wieviel Museen braucht ein Land? Ein schlechter AprilscherzThursday, 5. April 2012Die Frage ließe sich so einfach beantworten: Ebensoviele wie Kindergärten und Schulen. Aber selbst diese Einrichtungen haben wir deutsche ja bekanntlich nicht eigentlich richtig im Griff, trotz des Geredes von "Kulturnation" und "Bildungsoffensive". Während sich andere Länder die Frage stellen, wie sie die Zahl ihrer Museen vergrößern können, wird derzeit ernsthaft die obige Frage diskutiert. Wer aber so diskutiert, hat vielleicht etwas von Ökonomie, vom Wesen der Kultur aber überhaupt nichts verstanden Die Frage läßt sich von verschiedenen Seiten her betrachten. Die kulturökonomische Ansatz ist dabei der primitivste. Museen sind keine Schönwettereinrichtung, sondern entziehen sich als historisch gewachsenes Kulturgut von nationaler und globaler Bedeuung der ausschließlich ökonomischen Betrachtung. Zunächst einmal braucht jedes Land soviel Museen, um seine regionalen und nationalen Kunst-, Kultur- und Naturschätze hinreichend zu sammeln, zu bewahren, zu erforschen und interpretierend auszustellen. Hierzu bedarf es entsprechende Räume und Fachleute. Handelt es sich um ein Land mit globalem Austausch, kommen Einrichtungen hinzu, in denen ausschnittsweise und dem Vergleich dienende fremde Länder und Kulturen dargestellt werden (vor allem ethnologische und Naturmuseen). Das bedeutet also: Länder mit einer reichen naturellen und kulturellen Vergangenheit und Gegenwart brauchen mehr Museen als solche, in denen nur 500 Jahre lang Landwirtschaft betrieben wurde oder in denen bei einfachsten geologischen Verhältnissen nur ein Klima, nur eine Jahreszeit herrscht.
Land Einwohner-Abdeckung pro Museum Island 2.089
Monaco 2.523
San Marino 3.942
Liechtenstein 3.977
Andorra 4.640
Schweiz 6.339
Luxemburg 7.589
Litauen 7.607
Österreich 8.257
Slowenien 8.558
Malta 9.769
Deutschland 10.850
Tschechische Rep. 11.578
Irland 13.167
Finnland 13.980
Schweden 14.976
Lettland 15.279
Portugal 16.934
Italien 19.484
Deutschland – ./. 50% - 21.702
Kroatien 22.447
Frankreich 25.969
Großbritannien 27.479
Norwegen 27.893
Ungarn 28.466
Dänemark 28.520 Rumänien 33.435
Spanien 36.771
Bulgarien 42.733
Griechenland 42.853
Slowakei 47.857
Niederlande 48.367
Belgien 49.845
Albanien 50.318
Ukraine 64.238
Estland 69.896
Polen 93.974
Bosnien/Herzeg. 103.454
Kosovo 150.000
Serbien 154.967
Mazedonien 171.927
Moldawien 173.684 Weißrussland 173.773 Welche Rolle spielt also Deutschland in der europäischen Musealkultur? Der einen groben Überblick bietenden Tabelle kann man entnehmen, daß – basierend auf den Einwohnerzahlen 2008 (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_Europas) und unserem europäischen Museumsüberblick (Quelle: www.museum-aktuell.de) – bei uns auf rund 10.800 Einwohner ein Museum kommt. Lassen wir die kleinen Länder beiseite, so ist die Quote allein in der Schweiz, Österreich und Slowenien besser. Derzeit stehen wir mit unserer Museumskultur also sehr viel besser dar als etwa die Kulturnationen Frankreich oder Großbritannien. Unter den westlichen Ländern Zentraleuropas haben Belgien und die Niederlande die schlechteste Musealversorgung der Bevölkerung, was durch die momentane Kulturpolitik in den Niederlanden noch weiter verschärft wird. Würde Deutschland tatsächlich 50% seiner Museen schließen, begäben wir uns freiwillig auf das Musealniveau von kleineren, ärmeren Ländern wie Lettland, Portugal, Italien oder Kroatien. Am Beispiel Italien wird übrigens deutlich, daß das hohe Ansehen, das die italienischen Museen genießen, weniger aus der Zahl der italienischen Museen, noch aus der Musealversorgung der Bevölkerung herrührt, sondern vor allem dem Umstand geschuldet ist, daß es sehr alte Museen mit hochrangigen Objekten besitzt. Das ist im übrigen das Ergebnis eines verantwortungsvollen, jahrhundertelang richtigen Umgangs mit Museen.
Christian Müller-Straten Seminar "Vergaberecht von Restaurierungsleistungen" am Studieninstitut Westfalen-Lippe in MünsterThursday, 5. April 2012
Termin: 18.9.2012, Anmelde-Deadline: 21.8.2012 Ort: Münster-Coerde Näheres unter www.stiwl.de/seminare/?seminar=i21612 LWL-Museumsamt für Westfalen
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