Staatl. Schlösser u. Gärten Baden-Württembergs erwerben Zeichnungen der Gartenmoschee SchwetzingenWednesday, 26. September 2012
Dank der Unterstützung durch die Staatliche Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg konnten die Staatlichen Schlösser und Gärten für Schloß Schwetzingen neue Ausstellungsstücke erwerben: wertvolle aquarellierte Federzeichnungen der Gartenmoschee. Nach der Restaurierung sind die historischen Ansichten des Bauwerks, das, weltweit einzigartig, zu den großen Kostbarkeiten des Schlossgartens Schwetzingen gehört, jetzt in den Räumen der Gartenausstellung im Zirkelbau am Schwetzingen Schloss zu sehen. Abb.: Gartenmoschee. Foto: LDA, Bernd Hausner Das Haus RAURU - Meisterwerk der Maori in HamburgWednesday, 26. September 2012 "Südsee. Maori. Geheimnisse entdecken."Unter diesem Motto präsentiert sich das Maori-Haus RAURU aus Neuseeland nach umfassenden Bau- und Restaurierungsarbeiten in neuem Licht. Seit 100 Jahren lädt es Besucher in Hamburg ein, in die Welt der Maori einzutauchen. Rauru birgt einen großen Schatz an Geschichten. Das Haus erzählt in ausdrucksstarken Schnitzereien, filigranen Flechtarbeiten und geschwungenen Farblinien von der Entstehung der Nordinsel, dem Kampf gegen die Sterblichkeit, der Macht der vulkanischen Urgewalten und menschlichen Streitigkeiten. Es öffnet einen Blick in die Welt der Ahnen, Legenden und Traditionen, denen sich die Maori bis heute aufs engste verbunden fühlen. Seine bewegte Geschichte weist das Haus als ein einmaliges Zeitzeugnis aus. Anlässlich dieses Jubiläums findet eine große Neueinweihung mit umfangreichem Eröffnungs-programm statt. Dabei bietet sich die Gelegenheit, eine Haka-Performance live mitzuerleben. Nähere Informationen finden Sie auf unserer Homepage Mit freundlicher Unterstützung der Te Arawa, Neuseelands, des Ausstellungsfonds der Stadt Hamburg und der Freunde des Museums für Völkerkunde Hamburg. Eintritt: 7 Euro | erm. 3 Euro
Die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz erwarb einen Tischbein und die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen 75 Originalfotografien von Karl BlossfeldtMonday, 24. September 2012
Ein Tischbein für Wörlitz Blass und zerbrechlich wirkt sie: Auf eine Gartenbank gestützt, richtet sich ihr Blick in eine – vielleicht unerreichbare – Ferne. Das Motiv eines Baumstamms mit stattlichem Umfang kündet trotz des privaten, ja sogar intimen Moments der Darstellung von der adligen Herkunft der Porträtierten. Mit der einen Hand an der Lehne hält Louise von Anhalt-Dessau ihr Gleichgewicht, während sie mit der anderen ihre Gewänder zusammenrafft. Den melancholischen Blick richtet sie am Betrachter vorbei – hinweg auch über die Grenzen des sie umgebenden Dessauer Gartenreichs. Inmitten dieser Idylle posiert Louise von Anhalt 1797 für den Hofmaler Johann Friedrich August Tischbein – den einzigen deutschen Porträtmaler der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der auch im Ausland Geltung besaß. Der Schöpfer des Gartenreichs Dessau-Wörlitz, Fürst Franz von Anhalt-Dessau, ließ eigens für seine Gemahlin Louise in der weitläufigen Landschaft einen Landsitz, das Luisium, anlegen. Doch die gebildete Adlige fühlte sich beengt: Der Hofalltag unterforderte sie, ihre politisch motivierte Ehe verlief emotional eher unglücklich. 75 Blossfelds für Bayern Mit der Erwerbung von 75 herausragenden Originalfotografien Karl Blossfeldts bereichern die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen entscheidend ihre vor 10 Jahren gegründete Sammlung Fotografie in der Pinakothek der Moderne: Die 75 Vintage-Prints aus der Sammlung Ann und Jürgen Wilde gehören zu dem einzigartigen Werk von Pflanzenaufnahmen, die seit den 1890er Jahren bis zu Blossfeldts Tod 1932 in Stil und künstlerischer Gestaltung die moderne Fotokunst entscheidend beeinflussen sollten. Die Kulturstiftung der Länder, die Ernst von Siemens Kunststiftung und der Freistaat Bayern unterstützten den Ankauf. Nachdem im Kaiserreich Historismus, Neubarock und Neuromanik teilweise überbordende Schöpfungen von Malerei, Architektur und Wohnkultur hervorgebracht hatten, folgte die maximale Abkehr von diesen Kunstformen: Die formale Klarheit und sachliche Eleganz, aber auch die Unergründlichkeit der Pflanzenwelt mit ihren mythischen und fabelhaften Assoziationen avancierte zum Arsenal des Jugendstils, der in seiner zunächst floralen, später linearen Ausprägung die Angewandte Kunst revolutionierte. Daran nicht unwesentlich beteiligt war die Erfindung der Fotografie, deren technischen Hervorbringungen Walter Benjamin einen „magischen Wert“ zuschrieb, wie ihn kein gemaltes Bild mehr besitzen könne. Die Fotokamera eröffnete mit ihren Möglichkeiten neue Wege für die Durchdringung von Wirklichkeit. Pommersches Landesmuseum erwirbt das Gemälde „Swinemünde bei Mondschein“ von Johan Christian Dahl aus dem Jahr 1840Friday, 21. September 2012
Das Pommersche Landesmuseum Greifswald besitzt eine bedeutende Kollektion romantischer Malerei, deren Schwerpunkt auf den Werken des berühmtesten Künstlers der Stadt, Caspar David Friedrich, liegt, der hier geboren wurde. Konsequent bemüht sich das Haus um eine sinnvolle Erweiterung und Ergänzung dieser Sammlung, wobei es der Sammlung nach Friedrichs Gemälde „Zum Licht hinaufsteigende Frau (Caroline auf der Treppe)“ unlängst noch das Gemälde „Ruine Eldena im Mondschein“ von Carl Gustav Carus hinzufügen konnte. ------------- Johannes Fellmann Tierfotowettbewerb des Naturhistorischen Museums BaselFriday, 21. September 2012Das Naturhistorische Museum Basel startet einen eigenen Wettbewerb für Naturfotografie. Der Wettbewerb gibt der Bevölkerung die Moeglichkeit, sich an einem Museumsprojekt aktiv zu beteiligen und mitzuerleben, wie es waechst und sich entwickelt. Die Aktion wird getragen von der Idee, den Naturschutzgedanken zu foerdern. Gleichzeitig wird mit dem Wettbewerb auf die kommende Sonderausstellung 'Wildlife Photographer of the Year' neugierig gemacht. Mehr Raum für Goethe in RomTuesday, 18. September 2012Italienfreund Goethe hätte in diesem Jahr einen besonderen Grund zur Freude: Seine römische Casa wird um einiges größer. Mit Unterstützung des Deutschen Bundestags und des Beauftragten für Kultur und Medien, Staatsminister Bernd Neumann, konnte der Träger, der Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute e.V. - AsKI, im Dezember 2009 zusätzliche Räume im 2. Stock der Via del Corso 18 erwerben. Eine glückliche Zusammenführung: Genau hier befand sich von 1973-1982 das vom Frankfurter Freien Deutschen Hochstift getragene erste „Goethe Museum Rom“, Vorgänger der Casa di Goethe, die 1997 im gesamten ersten Stock eröffnet wurde. Mit seinem Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm ist Deutschlands einziges Museum im Ausland seitdem ein wichtiger Treffpunkt für den deutsch-italienischen Kulturaustausch. Die Erweiterung um ca. 250 qm, also um rund die Hälfte der bisherigen Museumsfläche, bietet neue Perspektiven: Die historische Bibliothek der deutschen Künstler in Rom, nach einer wechselvollen Geschichte bislang auf verschiedene Institute verteilt und der Öffentlichkeit nicht zugänglich, hat in den neuen Räumen ein definitives Zuhause gefunden. Diese einmalige Sammlung zum intellektuellen Leben der Deutschen im Rom des 19. Jahrhunderts wird nach ihrer Erschließung einen wichtigen Anziehungspunkt für die internationale Forschung darstellen. Die Seminar- und Bibliotheksräume und der neue Veranstaltungssaal in der zweiten Etage bieten, bei verbesserter technischer Grundausstattung, künftig auch bei laufendem Museumsbetrieb Möglichkeiten für Gruppen, Seminare, Workshops, Fortbildungen und museumspädagogische Programme durchzuführen. Auch das „Casa di Goethe-Stipendium in Rom“ kann durch die räumliche Erweiterung wieder aufgenommen werden, da nun ein eigenes Apartment für die Unterbringung von Autoren, Publizisten, Übersetzern und Wissenschaftlern zur Verfügung gestellt werden kann. Als Förderer wurde die Karin und Uwe Hollweg-Stiftung aus Bremen gewonnen. Die erste Ausschreibung erfolgt zur Zeit. Anlässlich dieser historischen Erweiterung wird in der 1. Etage eine hochkarätige Jubiläumsausstellung eröffnet: bisher noch nie gezeigte Originalzeichnungen Goethes mit Italienmotiven aus dem Besitz der Klassik Stiftung Weimar. Mit Unterstützung des Beauftragten für Kultur und Medien wurde der Gesamtbestand der Goethezeichnungen erst vor kurzem restauriert. Casa di Goethe – www.casadigoethe.it UPDATE: MUSEUM AKTUELL August 2012 erschienenTuesday, 18. September 2012
Dem Verweilen wird in dieser Ausgabe von MUSEUM AKTUELL besondere Aufmerksamkeit geschenkt, auch, um zum kritischen Rundgang durch Museumsräume aus Besucherperspektive anzuregen, wenn ein bis zwei Stunden Ausstellungsprogramm nicht zur Anstrengung werden sollen. Ob Sitzmöbel überhaupt vorhanden sind, wo sie plaziert sind, ob sie auf wichtige Objekte ausgerichtet sind, ob sie überhaupt zum Ausruhen gedacht sind und in welchem Zustand sie sich befinden, ist laufend im Auge zu behalten, wenn man es mit der Besucherorientierung ernst meint. Die stabilen Reform-Sitzmöbel in den beeindruckenden Kunstsammlungen Böttcherstraße sind eine ganz besondere Möglichkeit, beim Anschauen dieses einzigartigen Ensembles im Herzen der Hansestadt Bremen eine kleine Pause zu machen. Zu den Kunstsammlungen gehören vor allem ein altbremisches Patrizierhaus des 16. Jh., das Museum im Roselius-Haus, und das Paula-Modersohn-Becker Museum, ein phantastisches Gesamtkunstwerk des Bildhauers, Kunsthandwerkers und Architekten Bernhard Hoetger. Das Paula Modersohn-Becker Museum ist übrigens das erste Museum weltweit, das einer Malerin gewidmet wurde. Die hier noch bis zum 28. Oktober gezeigte Ausstellung „Worpsweder Lichtbilder: die Künstlerkolonie in frühen Fotografien“ macht die enge Verknüpfung von Fotografie, Malerei und Graphik der Worpsweder Künstler um die Jahrhundertwende sichtbar und eröffnet spannende Vergleiche zwischen den Bildmedien. Wie sehr sich die Künstlerfamilien übrigens Farbe auf Fotos herbeisehnten, machen die handkolorierten Glasnegative deutlich, die aus konservatorischen Gründen nicht ständig hinterleuchtet werden.
Das Thema Konservieren wird auch in den Beiträgen von Friederike Zobel und von Jan Matel angeschnitten. Weitere Beiträge dieses Heftes handeln vom Ausstellen und den damit verbundenen Überlegungen, von neuartigen Fragestellungen zum Ausstellungskonzept, Inszenierung und Beschriftungsfragen bis hin zur Finanzierung und zum Marketing. Die Leserumfrage vom Juli 2012 ergab unter anderem, daß sich unsere Leser mehr kritische Ausstellungsbesprechungen wünschen. Dem kommen wir gerne nach, entspricht es doch exakt dem Stil dieser Zeitschrift. Wir beginnen mit kritischen Analysen von Kai Artinger, C. Müller-Straten und der kritischen Katalogbesprechung von Utz Anhalt. Diese Leserwünsche beleuchten aber auch indirekt die offensichtliche und erklärte Ablehnung von Werbezeitschriften mit lauter, aber nichtssagender PR und seitenfüllenden Abbildungen. Wir werden auf die Leserumfrage im nächsten Heft nochmals zurückkommen – an dieser Stelle erst einmal ein herzlicher Dank an die 190 Teilnehmer für all die zustimmenden und offenen Anregungen. Wir werden sie mit Vergnügen in nächster Zeit umsetzen. Mit den besten Wünschen für einen schönen, erfolgreichen Herbst! Adelheid Straten Inhalt Aktuelles 4 Nachrichten 6 Namen; Literatur 40 Wichtige Ausstellungen 42 Autoren dieser Ausgabe Restaurieren / Konservieren 8 Friederike Zobel Aktuelles zur Kulturguterhaltung Sitzen 10 Kai Artinger Ein Ort für Geher und Steher? Beobachtungen zur Sitzkultur in fünf Berliner Museen 17 Das Interview mit Holger Fritzlar Der etwas andere Museumssessel Ausstellen 19 Herlinde Menardi; Karl C. Berger Ton um Ton. Ein „Lauschangriff” auf die Kultur im Tiroler Volkskunstmuseum 21 Lisa-Marie Lindner Multiseum Fotografie Finanzierung und Marketing 24 Jens Schmidt; Silvija Gorcic Die Schwabenkinder, Grenzgänger bis ins 21. Jh.: Ein beispielhaftes Vernetzungsprojekt und seine Finanzierung 27 Sebastian Schwarzenberger Fridericus GmbH: Die Servicegesellschaft der Dussmann-Gruppe und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg 28 Jan Matel Innovationen zur Kostensenkung und präventiven Konservierung Die Ausstellungskritik 31 Christian Müller-Straten Das Rautenstrauch-Joest-Museum: Best practise? 38 English Summaries Zum Titelbild TON UM TON – kulturhistorische Ausstellung zu Signaltönen im Tiroler Volkskunstmuseum, Innsbruck; mit 37 Hörstationen. Bis zum 7. Oktober 2012. Foto: TLM Anzeige Warum ich den Begriff “Best practice” nicht verwendeWednesday, 5. September 2012Der aus der angelsächsischen Betriebswirtschaftslehre übernommene Begriff bezeichnet nichts anderes als "vorbildliche Methoden, Praktiken oder Vorgehensweisen im Unternehmen.” Alleine schon die Übertragung auf Museen läßt stutzen. Wie kommt es zur best practice? Eigentlich setzt das Ergebnisprädikat “Best practice” voraus, daß verschiedene Methoden oder Praktiken zur Lösung eines Problems objektiv und anhand betrieblicher Ziele verglichen wurden, etwa durch ein Benchmarking (1) oder die Abprüfung der in Frage kommenden Methoden oder Praktiken mittels neutraler sachlicher Kriterien. In der Museumswelt ist mir jedoch noch kein einziger Fall bekannt geworden – auch nicht bei ausschließlich auf Lob fixierten, professionellen Museumspreisverleihern, wie etwa dem EMF, wo die Vorgeschichte des abschließenden, momentan geltenden “Best practice”-Urteils offengelegt worden wäre. Und so wird nicht nur im Falle des Kölner Rautenstrauch-Joest-Museums, das sich unlängst auf einer Pressekonferenz ohne Hemmungen in toto zur “Best practice” erklärte, auf vielen Tagungen und Konferenzen der Best practice-Begriff völlig kritiklos und als rhetorische (Selbst- oder Fremd-) Beweihräucherung, ja als Marketing-Kampfbegriff verwendet. Dabei unterliegt die Verwendung des Begriffs in der Wissenschaft selbst heftiger Kritik. Zum einen wird der Rekurs auf Best practice immer einen Zustand ansprechen, der bereits historisch ist. Wer sich auf ein ein entsprechendes Vergleichsergebnis beruft, zeigt, daß er das anderswo erarbeitete abkupfert, lediglich auf Bewährtes setzt und nicht eigentlich beabsichtigt, selbst neue zukunftsweisende Bestleistungen zu entwickeln. Zum anderen warnen Experten der Wissenschaft davor, Lösungen eines Bereiches mechanisch auf andere zu übertragen. Der gerne angeführte Spruch “Von den Besten lernen” setzt ja gerade voraus, daß man nicht unkritisch Vorgensweise adaptiert, die auf den ersten Blick beeindrucken, sondern daß man viele Anregungen prüft, nur die sinnvollsten selektiert und auf seine eigenen Zielvorstellungen hin adaptiert. Besonders in der Museumswelt, wo Praktiker ja nicht müde werden zu betonen, daß kein Museum wie das andere ist, würde es somit unsinnig sein, Lösungen eines Hauses auf andere Häuser zu übertragen – gibt es doch jenseits aller museologischen Gemeinsamkeiten zuviele praktische Unterschiede und Bedingungen. Ja, gerade das ungeprüfte Übernehmen von Best practice kann zu Worst practice führen: ”Was hier beste Praxis ist, kann in einem anderen Kontext zu grossem Schäden führen." (2) Will man sich am Besten orientieren, setzt dies erkenntnistheoretisch zudem voraus, daß man alle existierenden Lösungen eines Problems kennt. Dies ist bei rund 35,000 Museen allein in Europa wohl unmöglich. Selbst erfahrenste Museumsgänger haben nicht diesen Überblick, und die austauschende Vernetzung unter allen Museen weltweit ist derzeit noch eine Utopie. Und selbst wo man sich in Netzstrukturen austauscht, geschicht dies nur in den seltendsten Fällen über museologische und museographische Methoden. Best practice setzt zudem voraus, das das Ergebnis aus wie auch immer zustandegekommenden Lösungsvergleichen (oft gezielt so ausgewählt, daß ein bestimmtes zu erreichendes Ergebnis auch eintritt) über alle Einwendungen erhaben ist. Kommt ein Museumskonzept, eine Inszenierung bei Museumsbesuchern, Museumsjournalisten oder Museologen nicht aus einsichtigen Gründen an, kann es sich somit nicht um best practice handeln. Bedenkenswert ist zudem, daß verschiedene, von Peters & Waterman (“In search for excellence”) 1982 als Beispiele für hervorragendes Management gelobte Unternehmungen bereits in den Nachfolgejahren erheblich ins Strudeln geraten sind. Da stellt sich die Frage, wie nachhaltig die Strategien der untersuchten Firmen überhaupt waren und ob das Gesamturteil “Best practice” überhaupt zu irgendeinem Zeitpunkt zutraf. Das Denken ist Best-practice Kategorien krankt weiterhin erheblich daran, daß nicht geprüft wird, ob es Beispiele gibt, bei denen das hochgelobte Konzept keine positiven Wirkungen oder sogar schwerwiegende Nebenwirkungen gehabt hat: es werden nämlich nur Erfolge anderer, nicht aber die Mißerfolge derjenigen untersucht (Hypothesen-Falsifikation), die ebenfalls mit diesen Methoden oder Praktiken gearbeitet haben. Kriterien für Best practice können nur sein:
Nur so würde der Begriff in der Wissenschaft sinnvoll verwendet werden können. Da bislang der Begriff vor Gutgläubigen fast ausschließlich als Marketing-Kampfbegriff (für sich und gegen andere) verwendet wird, ist das Umfeld so zwielichtig, daß ich diesen Begriff besser nicht verwende. Anm.:
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