Linz
In Linz droht das Hochwasser zwei Museen zu überfluten. Die Wellen schlagen bereits gefährlich hoch gegen das Lentos Kunstmuseum. Die Mitarbeiter haben die Szenen vom Museum aus gefilmt.
Die Aufnahmen zeigen, dass die Wellen die Fenster des Lentos Kunstmuseums bereits fast vollständig verdecken. Das Video wurde auf Facebook gepostet: "Das Hochwasser aus LENTOS Sicht... Wir danken allen HelferInnen! Und hoffen auf eine baldige Entspannung der gesamten Lage!", ist auf der Seite des Kunstmuseums zu lesen.
Auch auf der gegenüberliegenden Flussseite leidet das Linzer Ars Electronica Center (AEC) unter dem Hochwasser. Es gebe Wassereintritte, aber keine Wassereinbrüche, hieß es am Dienstag seitens des Museums. Die Pumpen in den unteren Ebenen des AEC und des Futurelab erfüllen ihre Aufgaben, in die Ausstellungsbereiche sei noch kein Wasser eingedrungen. Das Haus ist geöffnet, vom Erdgeschoß aufwärts herrscht Normalbetrieb, die unteren Stockwerke wurden aber vorsichtshalber gesperrt. (NewsAT v. 4.6.2013)
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Viele Museen sind auf ein Hochwasser nicht vorbereitet
Johanna di Blasi
In Halle an der Saale sind bei einer dramatischen Kulturgüter-Rettungsaktion unter anderem Schätze der Lutherarchäologie aus überfluteten Depots evakuiert worden. Die aus der NS-Zeit stammenden Lager des Landesmuseums für Vorgeschichte sind bombensicher gebaut, allerdings den Fluten ungeschützt ausgeliefert. In den Kellergeschossen der Depots, die in Flussnähe liegen, "spritzt das Wasser finger- bis armdick aus den Ziegelmauern. Es sieht gespenstisch aus", sagte gestern der Direktor des Hauses, Harald Meller. Die Lagerhallen seien derzeit nur mit Booten erreichbar.
Vorgestern hatte die Lage im größten archäologischen Depot Mitteleuropas, wo sich etwa 20 Millionen Fundkomplexe befinden, noch düster ausgesehen. Erst vor wenigen Jahren im Bereich des Elternhauses von Martin Luther geborgenen Gegenstände, die das Bild des Reformators um überraschende Facetten erweitert hatten, sowie die dazugehörigen Dokumentationen drohten unterzugehen. Der Museumsdirektor stand bis zum Bauch im Wasser. "Es sieht aus wie in einem U-Boot", hatte er am Dienstag durchs Handy gerufen. Dann war das Licht ausgefallen. Rund 200 junge Menschen, die einem Facebook-Aufruf des Museums folgten, gelang schließlich gemeinsam mit den Museumsmitarbeitern die Evakuierung von rund 10 000 Kisten. Vor allem Studenten aus Jena, Leipzig und Gera kamen dem Aufruf nach. Meller ist beeindruckt von der "angeblich unengagierten Facebook-Generation. Früher hätte man die Bundeswehr holen müssen, heute helfen hunderte Menschen völlig selbstlos". Ein Lager mit etwa 1500 Laufmetern Fundsachen musste allerdings aufgegeben werden. Dort stand gestern das Wasser 1,60 Meter hoch. Dem detaillierten Notfallplan seines Hauses schreibt es der Museumsdirektor zu, dass letztendlich "unermessliche Schätze an Kulturgut" gerettet werden konnten.
Viele kleinere Museen verfügen hingegen über keine effektiven Notfallstrategien und sind Naturkatastrophen mehr oder weniger hilflos ausgeliefert. Besonders hart hat es wieder das Museum in Grimma im Landkreis Leipzig getroffen, wie schon bei der Flut 2002. In Grimma steht die gesamte Innenstadt unter Wasser. In Dessau-Roßlau wurde nach Angaben des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt das Museum für Stadtgeschichte geschlossen und teilweise evakuiert. Das Kreismuseum Bitterfeld wurde ebenfalls evakuiert. Das Museum Stiftung Moritzburg hat nach vorübergehender Schließung inzwischen wieder geöffnet.
Erhebliche Schäden richteten die Fluten im Gartenreich Dessau-Wörlitz an, das Unesco-Weltkulturerbe ist. Ein Millionenschaden droht der Kunsthochschule Halle. Teile des Campus sind dort unter Wasser. Die Klassik Stiftung Weimar legte bereits eine voraussichtliche Schadensbezifferung vor. Laut dem Vizepräsidenten der Stiftung, Thomas Leßmann, ist mit einer Summe "mindestens im mittleren sechsstelligen Bereich" zu rechnen. Ein Spendenaufruf wurde gestartet. Unversehrt geblieben ist Goethes Gartenhaus - es steht auf einer kleinen Anhöhe.
In manchen Gegenden hat sich die Lage wieder entspannt. In Regensburg seien keine Schäden an Kulturschätzen zu beklagen, sagte die Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra. "Nur die historische Wurstkuchl neben der Steinerne Brücke ist überschwemmt, aber die trifft es immer." Auch in Dresden ist man Herr der Lage (siehe unten).
An verschiedenen Orten wird derzeit in Ad-hoc-Maßnahmen Kulturgut gerettet, ein übergreifender Notfallplan, wie es ihn beispielsweise in der Schweiz gibt, existiert in Deutschland jedoch nicht. Erst vor wenigen Monaten hatte eine Expertenkommission in Berlin unter der Überschrift "Nationaler Notfallplan für Kulturgüter - Wie gehen wir mit Katastrophen um?" getagt. Volker Rodekamp, der Präsident des Deutschen Museumsbundes, stellte bei der Tagung im Januar fest: "Wir sind unzureichend vorbereitet".
Initiator der Expertenrunde war der FDP-Bundestagsabgeordnete Reiner Deutschmann. "Vor allem kleinerer Häuser saufen ab", sagte der gebürtige Sachse auf Anfrage und erneuerte seine Forderung, eine zentrale Koordinierungsstelle für Katastrophenmanagement einzurichten. Neben dem Elbhochwasser von 2002 habe ihn der Brand der Anna-Amalia-Bibliothek 2004 in Weimar und dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs 2009 für das Thema sensibilisiert, sagt Deutschmann. Die Koordinierungsstelle könne dem Bundeskulturministerium oder einem anderen Amt unterstellt werden.
Das Büro von Bundeskulturminister Bernd Neumann reagierte auf Anfrage zurückhaltend. Der Bund konzentriere sich auf herausragende Kulturstätten und unterstütze diese auch im Katastrophenfall, sagte der Ministeriumssprecher Dietrich von der Schulenburg. Der Rest sei Ländersache. Während die Behörden Kompetenzfragen beschäftigen, schleppen Museumsmitarbeiter und freiwillige Helfer im Katastrophengebiet weiter Sandsäcke.
Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.06.2013.
© DNN-Online, 05.06.2013, 19:57 Uhr
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Der Sächsische Museumsbund hatte 2002 herausragende und übersichtliche Seiten zu den betroffenen Museen parat (Autor: Th. Schuler!):
http://museumspraxis.info/disaster/saxony02/flut-museen.html
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Hochwasser in Sachsen – Notfallverbund für Kulturgutschutz ist rund um die Uhr erreichbar
In den letzten Jahren sind unter anderem in Dresden und Leipzig Notfallverbündegegründet worden. Bibliotheken, Museen, Archive und weitere Einrichtungen helfen sich gegenseitig im Katastrophenfall. Es stehen zahlreiche Notfallboxen bereit, um zum Beispiel geschädigte Schriften schnell durch Gefriertrocknung zu retten.
Am Wochenende liefen die Telefone heiß, glücklicherweise haben alle Einrichtungen aus der Katastrophe 2002 und den weiteren schweren Hochwassern 2010 und 2012viel gelernt. Wenn dennoch Rat und Hilfe benötigt wird, stehen nach den Profis vonFeuerwehr und Technischem Hilfswerk auch sachverständige Partner aus den Kultureinrichtungen mit Rat und Tat zur Seite. Direkte Telefonkontakte zu den Experten stellt die Telefonzentrale der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden rund um die Uhr her:0351-4914-5570. (SLUBlog)
Hochwasser-Schäden an Kulturgut
Ist bis jetzt keine Biblbiothek, kein Archiv, kein Museum geschädigt worden?
Wachsam bleiben
Bislang sind glücklicherweise keine Schäden an schriftlichem Kulturgut und Museumsobjekten in Sachsen bekannt. Allerdings hatten die Vertreter des Dresdner Notfallverbunds um 15 Uhr auch noch nicht alle Partner aus Archiven, Bibliotheken und Museen erreicht und bleiben deshalb untereinander in enger Verbindung.
Die Bilder aus den überfluteten Städten in Sachsen und in den Nachbarländern sind freilich erschreckend und deprimierend genug. Die Schäden in den vielen Parkanlagen wirken da noch harmlos. Es wird viel Hilfe nötig sein, Grimma hat deshalb einen Spendenaufruf ins Netz gestellt.
Bitte keinen Regen mehr... (SLUBlog)
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Passau
Der Pegel in Bayerns besonders betroffenen Stadt Passau, wo Inn, Donau und Ilz zusammenfließen war in der letzten Woche so hoch wie zuletzt vor über 500 Jahren. Die komplette Innenstadt stand unter Wasser. In Regensburg steht die Steinerne Brücke, die seit 2006 zum Weltkulturerbe zählt und ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ist, in hohem Wasser. (Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 14.6.2013)
"Verheerend“ seien die Hochwasserschäden am Passauer Stadttheater, dem Fürstbischöflichen Opernhaus aus dem Jahr 1645, gab Pressesprecher Konrad Krukowski vergangene Woche bekannt. Zwischenzeitlich wird er nach ersten Schätzungen auf 1,2 Millionen Euro beziffert!
Die Angestellten des Stadttheaters Passau und viele ehrenamtliche Helfer hatten bis Anfang dieser Woche das Theater von Wasser und Schlamm befreit. (Wochenblatt Passau v. 14.6)
"Verhältnismäßig glimpflich kam das Museum Moderner Kunst weg: Foyer und Kassenbereich wurden überschwemmt es kam aber keine Kunst zu Schaden, wie Leiterin Dr. Joesphine Gabler der PaWo bestätigt. Am Donnerstag, 13. Juni findet deshalb wieder die erste Veranstaltung, die Buchvorstellung von Dr. Werner Kraus „Raden Saleh. Der Beginn der modernen Malerei in Indonesien“ um 19.30 Uhr statt. Und ab Samstag, 15. Juni, hat das MMK wieder mit den normalen Öffnungszeiten von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Zu sehen ist die Beständeausstellung „Museum am Wasser“ mit zusätzlichen Hochwasserfotos vom und um das Museum. Die Schau des Fotograf Hannes Kilian wird am 29. Juni eröffnet.
Komplett unter Wasser stand jedoch das Cafe Museum, das um Spenden bittet: Konto Nummer: 8920753; BLZ: 740 500 00.
Ohne Spenden in Hunderttausender-Bereich sieht auch Scharfrichterhaus-Gründer Walter Landshuter kein Land mehr für die berühmte Kleinkunstbühne, die ebenfalls bis auf die Großküche komplett ein Opfer der Fluten geworden war: „Wir können nur weitermachen, wenn die Finanzhilfe annähernd so hoch ausfallen wird wie die verbalen Zusagen“, so Landshuter, der damit mindestens um die 300000 Euro an Spenden meint. Und selbst dann sei nicht vor drei Monaten an eine Wiedereröffnung zu denken!" (Wochenblatt Passau v. 14.6)
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Kirche von Gruna, Sachsen
Auch die Dorfkirche im sächsischen Gruna, die 2002 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert wurde, hat es 2013 erneut getroffen: die Kirche stand unter Wasser und die Flut hat enorme Schäden angerichtet.(Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 14.6.2013)
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Herbar Uni Halle bedroht
Nach dem Rückzug des Hochwassers droht ein akuter Schimmelbefall und damit eine Gefährdung wertvoller Bestände des Herbars der Uni Halle. Der Förderverein der Naturkundlichen Sammlungen der MLU bittet um Ihre Hilfe.
Kurz zu Ihrer Information: Nach Ankündigung der verschärften Hochwasserlage wurden diejenigen Herbariumsteile der Universität aus den Gefährdungsbereichen evakuiert, die sich in den Untergeschossen des Gebäudes befanden, darunter eine international bedeutende Sammlung an Flechten, eine bis ins frühe 19. Jahrhundert zurückreichende Algensammlung, wissenschaftlich hochinteressante Pilzsammlungen und viele tausend Herbarbelege, u. a. auch von Julius Kühn (1825-1910), dem Begründer der modernen wissenschaftlichen Phytopathologie, der Wissenschaft von Pflanzenkrankheiten. Als die Scheitelwelle der Flut an der Saale am Morgen des 5. Juni 2013 mit 6.10 m über Normalwasserstand auch die Räume des Herbariums bis teils hüfthoch überflutete, waren die Sammlungen in Sicherheit; davor sind aber ca. 2 % der Sammlung mit Wasser in Berührung gekommen.
Der Schaden ist trotz wenig direktem Wasserkontakt dennoch enorm, weil zum einen Tausende der verwendeten Pappschachteln bis zur Evakuierung Feuchtigkeit gezogen haben und ausgetauscht werden müssen, zum anderen, weil die wenigen nass gewordenen Bestände alle komplett neu aufgearbeitet werden müssen. Zudem ist das zurückgelassene hölzerne Mobiliar der Sammlungen nicht mehr verwendbar.
Das Geld wird daher für neue Herbarbögen, neue Verpackungsschachteln, für neues Mobiliar und für eventuellen Werkvertrag zur Aufarbeitung der Sammlung benötigt (diese Ausgaben sind konform mit der Satzung des Vereins und werden direkt über die anstehenden Rechnungen vom Verein beglichen, d.h. jeder Cent geht komplett an die Kustodie des Herbariums). Das Zeitfenster ist hier sehr knapp, bevor es zu Schimmelbildung kommt. Daher bittet auch der Museumsverband Sie darum, den Spendenaufruf durch Verbreitung zu unterstützen.
Spendenkonto:
Kontoinhaber: Verein zur Förderung des Naturkundlichen Universitätsmuseums Halle (Saale) e.V.
Kontonummer: 11 78 474
BLZ: 800 937 84
Bank: Volksbank Halle (Saale) eG
Stichwort: Hochwasser2013
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Adlib spendet für Denkmale unter Wasser
http://www.adlibsoft.de/news/hochwasser
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Dominikanerkloster in Tangermünde unter Wasser
In Tangermünde steht das ehemalige Dominikanerkloster, ein Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, unter Wasser. (Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 13.6.2013)
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Schloss & Park Pillnitz öffnet wieder für Besucher
Ab Sonnabend, dem 15. Juni sind der Park mit dem Palmenhaus sowie das Kunstgewerbe- und das Schlossmuseum wieder geöffnet. | Der Elbeweg und der Bereich rund um die Freitreppe bleiben vorerst wegen der hochwasserbedingten Schäden nicht zugänglich.
Am Samstag, 15. Juni 2013 öffnet Schloss und Park Pillnitz wieder seine Pforten für Gäste und Besucher. Schloss und Park Pillnitz bedanken sich für die enorme Unterstützung der zahlreichen freiwilligen Helfer in den vergangenen zwei Wochen. Die beste Hilfe ist nun, den Park und das Schloss wieder zu besuchen, zum Beispiel mit der Jahreskarte „Gartenfreund für ein Jahr“ für 8,00 €. Mit den Einnahmen aus den Eintrittsgeldern können die Folgen des Hochwassers direkt und schnell bewältigt und die Aufräumarbeiten unterstützt werden.
Zu Beginn dieser Woche sank der Elbpegel bei Schloss & Park Pillnitz soweit, dass mit den Aufräumarbeiten in den überfluteten Parkbereichen rund um den Fliederhof begonnen werden konnte. Die Zufahrten und Wege zum Schlosspark sind nun wasserfrei und weitgehend abgetrocknet. So können ab Sonnabend, dem 15. Juni wieder Besucher im Park willkommen geheißen werden. Es öffnen dann auch das Palmenhaus und die Museen.
Während fast alle Räume des Kunstgewerbemuseum im Wasser- und Bergpalais zugänglich sind, wird für die Besucher des Schlossmuseums ein kleinerer Rundgang als gewohnt angeboten. Die Königliche Hofküche im Erdgeschoss des Neuen Palais bleibt vorerst geschlossen, bis das Mauerwerk abgetrocknet und gereinigt, die historischen Öfen instandgesetzt und die Hofküchenausstattung wieder aufgebaut werden konnte. Welche Schäden das Hochwasser hier hinterlassen hat, wird derzeit ermittelt. Unabhängig davon lohnt sich der Besuch des Schlossmuseums dennoch, denn nicht nur die Museumsräume zur Bau- und Architekturgeschichte des Pillnitzer Schlosses sind zugänglich, sondern auch der für Dresden einzigartige klassizistische Kuppelsaal mit den attraktiven Skulpturen von Małgorzata Chodakowska und Fotografien von Frieda von Weissenfels.
Der Schlosspark kann wie gewohnt erreicht werden, die Eingänge am AHA-Graben und am Palmenhaus sind geöffnet und das von der Flut betroffene Besucherzentrum „Alte Wache“ zieht in Interimsräume am Rundbogen-Eingang zum Lustgarten zwischen Berg- und Neuem Palais. Der Radweg an der Elbe und die Freitreppe sind aufgrund von Ausspülungen derzeit nicht begehbar. Der Bootskeller und die Ladenpassage im Fliederhof müssen vorerst geschlossen bleiben.
Auch wenn in den elbnahen, tiefergelegenen Bereichen des Schlossgeländes die Hinterlassenschaften des Elbehochwassers noch sichtbar sind, werden die Besucher des Schlossparks davon kaum etwas bemerken: Alle sieben Heckenquartiere und die drei weitläufigen und für Pillnitz typischen Gartenanlagen des Englischen, Chinesischen und Holländischen Gartens grünen und blühen wie eh und je. Die Sommerbepflanzung innerhalb des Schlossgartens zeigt ihre ersten Blüten zum Beispiel im Kübelpflanzengarten, an der Schmuckvase und vor der Flora-Statue. Die Gärtnerinnen und Gärtner haben während des Hochwassers die Zeit genutzt, um die Beete mit Sommerblumen wie Lobelien, Pracht- und Nachtkerzen, Fuchsien und vielen anderen Sorten zu bepflanzen und hunderte Kübelpflanzen im gesamten Park aufzustellen.
Im Heckenquartier am Wasserpalais, dem sogenannten „Barockgarten“ ist erstmals die kleine botanische Ausstellung zu „Pflanzen der Bibel“ zu sehen, die just mit Einbrechen der Flut fertig gestellt wurde und so bisher noch fast keiner Öffentlichkeit gezeigt werden konnte. Hier sind bis September verschiedene Ziersträucher, Nutzpflanzen und Bäume, die in der Bibel genannt werden und sich gleichzeitig im Repertoire des Pillnitzer Kübelpflanzenbestand befinden, zu sehen. Über Texte und Bilder auf drei großen Informationstafeln können sich Besucher dem Alltag im Alten Orient nähern und erhalten einen Einblick in die Symbolkraft der Pflanzen im alttestamentarischen und altorientalischen Denken.
Mit Öffnung des Pillnitzer Parks beginnen auch wieder die Führungen: Während die Schlossmuseumsführungen derzeit noch nicht durchgeführt werden können, finden die Park- und Pavillonführungen täglich zwischen 11:00 und 15:00 Uhr zu jeder vollen Stunde statt. Treffpunkt ist der Parkeingang am Rundbogen (interimistisches Besucherzentrum/Kasse). Die Sonderführung „Die Goldenen Zwanziger“ am Sonntag, dem 16. Juni muss leider entfallen.
Nach der Flut kann nun ab dem Wochenende wieder täglich von 6:00 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit die Schönheit des Pillnitzer Schlossgartens an der Elbe genossen werden. Das Gartenticket ist für 2,00 €, ermäßigt 1,00 € und die Jahreskarte für 8,00 €, ermäßigt 4,00 € erhältlich. Das Museumsticket inkl. Parkeintritt kostet 8,00 €, ermäßigt 4,00 €. Kinder bis 16 Jahre erhalten freien Zutritt in den Schlosspark und die Ausstellungen.
Uli Kretzschmar, Schlösserverwaltung
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